Özdemir für Weine aus dem Südwesten

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(01.07.2026) Mal ein exzellenter Spätburgunder aus Baden oder ein klassischer Riesling aus Württemberg: Der Südwesten ist berühmt für seine Weinberge. Doch die hiesige Weinkultur steckt in der Krise, weshalb Ministerpräsident Cem Özdemir jetzt in Stuttgart einen ungewöhnlichen Appell startete. Niemand müsse mehr trinken als bisher, so der Regierungschef, aber wenn wir zum Wein greifen, dann doch bitte öfter zu den Tropfen aus der eigenen Region. Den Kauf von heimischem Wein bezeichnete er sogar als einen echten „Akt des Patriotismus“.

Und der Grund dafür ist ernst. Agrarministerin Marion Gentges betonte, dass der Erhalt unserer Steillagen und Weinberge schlicht am Absatz hängt. Die nackten Zahlen des Statistischen Landesamtes untermauern das: Allein im letzten Jahr ist die Rebfläche im Land um drei Prozent geschrumpft. Weil die Kosten steigen, der Weinkonsum europaweit aber spürbar zurückgeht, lohnt sich der Anbau für viele Betriebe finanziell einfach nicht mehr.

Das Problem geht dabei weit über den reinen Genuss hinaus. Die typische baden-württembergische Kulturlandschaft ist ohne die Reben kaum vorstellbar. Wenn immer mehr Winzergenossenschaften aufgeben und die Hänge brachliegen, leidet am Ende auch der Tourismus im ländlichen Raum. Mit dem Griff zu Trollinger, Lemberger oder Ruländer aus der Heimat tun wir also nicht nur dem eigenen Gaumen etwas Gutes, sondern sorgen ganz nebenbei dafür, dass unsere wunderschöne Urlaubsregion im Südwesten so grün und lebendig bleibt, wie sie ist.

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